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Mathias Giovanni Ziller war der fünfte Sohn des Joannes Michael Ziller und der Anna Maria Inama. Geboren 1825 und wohnhaft in Sanzeno HausNr. 21, bekam er sehr früh die harten Bedingungen seiner Heimat zu spüren. Mit 30 Jahren heiratete er seine erste Frau Marianna Anselmi aus Brez, die jedoch einige Monate nach der Hochzeit im April 1855 an Dysenterie, die zur damaligen Zeit dort epidemisch auftrat, verstarb. Ein Jahr darauf heiratete er Catharina Inama , mit der er neun Kinder hatte, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten. |

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In dem durch Krankheiten und Missernten
gepeinigten Land waren die Lebensbedingungen hart und die Resourcen knapp.
Viele Zweige der ehemaligen Adelsfamilien waren verarmt und führten ihre
Titel nach dem Interregnum der Bayern, das 1814 endete, auch nicht weiter
fort. Während der zweitälteste Sohn Giovanni nach Erlernen des Schusterhandwerkes ( vermutlich bei seinem späteren Schwiegervater Angelo Clementi in Pressano) nach Innsbruck in das nahe Nord-Tirol emigrierte, dort seine Gattin Clementine Clementi heiratete und im Ortsteil Pradl eine Schusterwerkstätte errichtete, setzte sich sein jüngerer Bruder Emanuel Andreas gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Ahlen in Deutschland ab. Der Jüngste der Brüder, Basilio , war wohl der abenteuerlustigste und wagte als erster zusammen mit seinem Cousin Enrico den Sprung über den grossen Teich. So ging nun eine jahrhundertelange Entwicklung der Familie auf dem Nonsberg ihrem Ende zu. Denn auch den einzigen Sohn von Giuseppe ,dem ältesten der Ziller Brüder, hielt es nicht mehr in der Heimat. Vittorio, so hiess er, schaffte unter Mithilfe seines Onkels Basilio den Sprung nach Amerika und emigrierte im Jahr 1913 nach Nuremberg Pennsylvania. |

Giovanni und
Clementine
Andreas und Henriette

Basilio und Mary
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Die Verbindung der Geschwister blieb nur anfänglich aufrecht, was sicherlich den spärlichen Kommunikationsmöglichkeiten zuzuschreiben war. Die Kontakte der drei grossen Familienzweige brachen Anfang des 20. Jahrhunderts zur Gänze ab und führten zu einer eigenständigen Entwicklung derselben. Was hierbei fasziniert ist, dass trotz dieses Umstandes die "Ziller-Gene" den weiteren Werdegang der Familien steuerten. Denn in allen drei Clans führten Musikalität, Kreativität, Fleiss ,Hartnäckigkeit und ihre Umsetzung dazu, dass sich, wohlgemerkt unabhängig voneinander, professionelle Musiker herauskristallisierten, die im Familienverband gemeinsam ihr Handwerk ausübten. Während in Amerika die "Ziller-sisters" für Furore sorgten, reisten in Europa die "Trachtenkapelle Ferdl Ziller" aus Österreich durch die Lande. Auch der deutsche Zweig der Familie insbesondere vier "Ziller-Brüder" verdienten mit Musik ihr täglich Brot. Eine faszinierende Parallelität der Ereignisse. |

Die "Ziller sisters" in
Amerika
"Trachtenkapelle Ferdl Ziller" in Österreich
