Die Neue Welt  
 
 
 
 

1.Kapitel : Das Leben des Johann Ziller
 
 
 
 

Dies ist die Lebensgeschichte von Johann Mathias Ziller, basierend zum großen Teil auf Fakten, zum kleineren Teil auf überlieferte Erzählungen und Vermutungen.

                                                                          

Geboren wurde Johann Mathias oder Giovanni Mathia Ziller am 15.September 1860 im Trentino auf dem Nonsberg, in einem Dorf namens Sanzeno, einer Region die zur damaligen Zeit zu Groß-Tirol und Alt-Österreich gehörte. Er wuchs dort als drittes Kind einer typischen Nonsberger ,früher adeligen, Großfamilie auf. Die Zeiten waren aufgrund von Mißernten und Seuchen hart und das Leben eher karg und triste. Er erlernte das Schusterhandwerk vermutlich bei seinem späteren Schwiegervater Angelo Clementi in Pressano und wanderte in den frühen 80 iger Jahren des 19.Jahrhunderts nach Innsbruck, Nordtirol aus .

                                          
                                   Clementine und Johann 1886

Dort heiratete er 1886 seine Frau Clementine Clementi, mit der er insgesamt neun Kinder hatte, und führte im Innsbrucker Stadtteil Pradl eine kleine Schusterwerkstatt. Obwohl in Innsbruck die Verdienstmöglichkeiten und sicherlich auch die Lebensqualität um einiges besser waren als in seiner Heimat Sanzeno, schien er auch dort nicht hundertprozentig glücklich zu sein. Wahrscheinlich unter dem Einfluß seines jüngeren Bruders Basilio, der im Jahr 1890 nach Amerika auswanderte, vorerst in Minnesota arbeitete, und dann 1901/02 nach Kemmerer Wyoming ging, zog es Johann ebenfalls in die neue Welt , und er wanderte 1903 nach Amerika aus.

(Nach langen Recherchen konnte ich ihn über online Suche auf Ellis Island unter dem Namen : Giovanni Filler aus Cles identifizieren. Dazu ist zu sagen, dass die Namensschreibung äußerst ungenau war und dadurch sehr viele Fehler auftraten die eine Suche massiv erschweren. Jedenfalls kam er am 22.11.1903 auf dem Schiff La Bretagne vom Hafen Le Havre aus in Amerika an.)

 Daß dies nur ohne seine große Familie möglich war, scheint einzuleuchten, und er ließ seine Frau Clementine mit 9 Kindern zurück in Innsbruck. So emigrierte er in die USA,  wohl um das große Geld dort zu machen, und entweder als reicher Mann zurückzukehren, oder seine Familie irgendwann nachkommen zu lassen.Doch auch dort schien das Leben für einen über vierzig-Jährigen alles andere als leicht zu sein. Er arbeitete bis zu seiner Rückkehr 1913 in einer Kohlenmine in Kemmerer Wyoming als Bergwerksarbeiter untertage unter für heutige Begriffe unvorstellbaren Bedingungen.

                                         
                      Johann kurz vor seiner Rückkehr im Jahr 1913.

Deshalb kamen die anfänglich regelmäßigen finanziellen Unterstützungen für seine Familie in Europa immer seltener bis sie gänzlich ausblieben. Ob er mit seiner Frau in Briefkontakt stand, darf angezweifelt werden, denn als er im Jahre 1913/14 aufgrund einer schweren Erkrankung (Ösophaguscarcinom) in seine Heimat zurückkehrte, und als alter, kranker Mann vor der Wohnungstüre stand, überlegte sich seine Frau Clementine sehr lange, ob sie ihn wohl hereinlassen solle. Sie tat es letztendlich doch und pflegte ihn bis zu seinem Tod  im Sommer 1914. Bei seiner Rückkehr schenkte er jedem seiner Kinder einen Golddukaten und kleidete sie neu ein. 

 

 
 
 
 

2.Kapitel : Das Leben des Basilio Ziller
 
 
 

Mein Grossvater, Basilio Ziller , wurde am 9Juni 1870 in San Zeno, Alt-Österreich ,als ein weiterer Sohn der angesehenen Familie Ziller geboren. Seine Eltern Mathias Giovanni Ziller und Barbera Catarina Inama heirateten am 04.02.1856 und hatten neun Kinder. Die Söhne hiessen Giuseppe, Luigi, Giovanni Mathias, Emanuelle Andrea, Domenico and Basilio. Die Töchter Assunta Modesta, Maria Annunciata and Concetta Chiara. Davon starben Luigi, Domenico und Maria Annunciata in der Kindheit.


Basilio wuchs in Sanzeno auf, ging allerdings als junger Mann nach Westfahlen, Deutschland, vermutlich um sich dort in den Kohlenminen das Geld zu verdienen, um in die Vereinigten Staaten auswandern zu können. Im Alter von zwanzig Jahren fuhr er schliesslich nach Le Havre, Frankreich, und machte sich an Bord der La Bourgogne auf die mühevolle Reise nach Amerika, wo er am 30. Juni 1890 im Hafen von New York ankam.

Im Jahr 1893 kam Grossvater's Cousin Enrico Ziller aus Österreich nach Minnesota um dort Basilio zu treffen.

Den Fotos und Aufzeichnungen zufolge reiste Großvater von New York nach Michigan, wo er für einige Zeit wohnte, um dann nach Virginia City, Minnesota, zu gehen und sich dort niederzulassen. Er besuchte noch einmal kurz Österreich, wahrscheinlich um die Reise für seine Verlobte Maria Rose Anselmi zu arrangieren, und kehrte dann an Bord der SS Southwark  in die Vereinigten Staaten zurück, wo er am 21. November 1895 auf Ellis Island ankam. 

Maria Rose verliess Europa  an Bord der La Champagne und kam am 29. August 1897 auf Ellis Island an. Die Hochzeit meiner Großeltern fand in Virginia City, Minnesota am 27. November 1897 statt. Dort wurde 1899 ihr erstes Kind, Enrico, geboren, das jedoch im Alter von 3 Monaten verstarb.

 

Weitere Übersetzung folgt.

 


 

 

Basil and Mary
 

Grandma’s sister Rosina Anselmi, came to the United States and married grandpa’s cousin, Enrico. The two couples led parallel lives always living in the same places at the same times as they raised their families.

Basilio became a citizen of the United States receiving his papers in 1900 in Minnesota. That year their first daughter, Paulina Katherine was born. The family moved to Kemmerer, Wyoming in 1901 and had another daughter, Frederica Rose. My mother, Maria Olga was born in Idaho in 1905, Lillian Adelaide was also born in Idaho in 1907 and in 1909 Rosey was born in Wyoming. Rosey died at three years of age in 1912.

Whenever possible, grandpa sent money home to Austria to help his family. During the war years, both grandparents sent Care Packages as their families were devastated by hunger and illness. Grandpa also helped his nephew Vittorio Ziller escape the ravages of the war by coming to the United States. Vittorio settled in the Pennsylvania area and remained there to raise his family.

While living in Wyoming, grandpa worked in the coalmines. With his own hands, he built a home for his family and as a professional musician, taught each of his daughters to play a musical instrument. Grandpa played the bandonian (concertina) and the family enjoyed many happy times together playing music and singing, especially the lovely Austrian music so loved my both grandparents. During the time they lived in Wyoming, Basilio’s brother, Johann came from Austria and lived with the family until his return to Austria some years later. In 1913, Johann’s son Evaristo arrived and eventually married one of Basilio and Maria’s daughter’s, Paulina.

 

                                      
                

By 1920, the families of both Basilio and Enrico relocated to California where Basilio became a carpenter. He continued in the carpentry trade until he retired. Grandpa and grandma lived out the rest of their lives in California. Their daughters married and had families of their own, always living near their parents. The daughters formed a musical group called "The Ziller Sisters" and much to the delight of their parents, played professionally for many years.

In 1947, a wonderful party, hosted by the Ziller daughters was held in celebration of grandpa and grandma’s 50th wedding anniversary. Their many family members and friends were entertained by the "Ziller Sisters" playing favorite music, especially the lovely Viennese waltzes.

             


Grandpa and grandma lived in Los Angeles, California until 1948 when they moved to Downey, California. For the first nineteen years of my life, I was blessed to live next door to my grandparents. I learned countless life lessons from them. As an adult, I recognize my grandfather as a man of conviction with great inner strength. He loved his music and grew beautiful roses as a hobby. At Christmas time, he would always roast chestnuts as a special treat for our family and at Easter he loved to "match" eggs with his grandchildren. Grandma’s family was everything to her. She was always available to care for her grandchildren when we were little and how we loved her long hair and the stories she would tell us that she remembered from her childhood. She was a wonderful Tyrolean cook and would treat us often with delicious food, sharing her recipes with her daughters.

Death came to grandpa in January of 1956 and grandma’s death followed ten years later in 1966. They left behind a large and loving family.

Basilio and Maria Rose Ziller’s names can be found etched on "The American Immigrant Wall of Honor" at Ellis Island, placed there in honor of their memory and as a testament to their courageous and successful immigration to the United States.



Written lovingly by their granddaughter, Deanna Davidson Stelzer.

 
Will be continued!
 
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